Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er sie verurteilt. Vielmehr soll er die Welt retten. (Basisbibel: Johannes 3, 16-17)


„Reminiszere“- "Gedenke" - so heißt dieser zweite Sonntag in der Passionszeit. Gedenke! Wer ist hier gemeint? Wir Menschen? Etwa so: Was hast du getan, was du versäumt? Nein, hier geht es nicht um uns. Gedenke! Das bezieht sich auf Gott. Im 25. Psalm heißt es: "Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.“ Gott wird an seine Barmherzigkeit erinnert, Barmherzigkeit und Güte, die schon immer Menschen geschenkt wurden. Das steht im Zentrum dieses Sonntags und am Beginn der zweiten Passionswoche. Das Sonntagsevangelium schreibt es uns direkt ins Herz. Eines der herrlichsten Evangelien hat Martin Luther diese Worte genannt. „Da hört man Worte, die aus einem traurigen Menschen einen fröhlichen, aus einem toten wieder einen lebendigen machen können, wenn man nur fest daran glaubt.“, schreibt er 1534. Gottes Gericht ist nicht Verurteilung, sondern Rettung.

Das tut so gut! Natürlich sind wir nicht perfekt. Wir machen Fehler. Es läuft nicht alles rund in unserem Leben. Aber Gott meint es gut mit uns. Deshalb ist Jesus in die Welt gekommen. Deshalb geht er diesen Weg bis zum Tod am Kreuz. Jesus nimmt unsere Schuld auf sich, damit wir neu anfangen können. Muss uns diese Botschaft nicht zu fröhlichen Menschen machen? Es gibt momentan sehr viele Gründe, um sich Sorgen zu machen. Fröhlichkeit bleibt uns angesichts der Probleme im Kleinen und Großen oft eher im Halse stecken. Gerade an diesem Sonntag werden uns in den Gottesdiensten Menschen vor Augen gestellt, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Die Auswirkungen der Coronapandemie sind allgegenwärtig und die Nachrichten von Gewalt, Krieg und Katastrophen erreichen uns fast täglich. Da ist uns eben nicht zur Fröhlichkeit zu Mute. Doch Jesus macht uns Mut. Und Gott schenkt uns seine Liebe, seine Güte und seine Barmherzigkeit. Darauf können wir vertrauen, daran können wir uns festhalten. Wir dürfen im Herzen fröhliche Menschen sein, auch wenn uns manchmal zum Heulen ist. Und damit dürfen wir gerne andere anstecken.


Eine Andacht zum Sonntag Reminiszere von Superintendentin Ute Mertens, Kirchenkreis Elbe-Fläming