Moskau

1. Tag - 26.09.2019 - Anreise und erste Ausflüge

Der JBM vor dem Kreml26.09.2019, Treffpunkt 4:15 Uhr Flughafen Halle-Leipzig. Hier begann unsere Geschichte. Wohin es ging: Moskau. Tür zur Vergangenheit, Spiegel der Zarenzeit - wie es einige aus unserer Ensemblemitte schon seit einigen Tagen voller Vorfreude sangen.
Seit fast einem Jahr stand unser Plan fest, als Junger Bläserkreis Mitteldeutschland nach Moskau zu reisen und dort einen Gottesdienst und ein Konzert musikalisch auszugestalten. Und jetzt war es endlich soweit: während sich alle geschlossen zum Gate bewegten, machte sich die Art von Aufregung und Freude breit, die sich am besten mit einem startenden Flugzeug vergleichen lässt: Aufregung wegen der kommenden Woche, des Landes, der Kultur, neuer Menschen und natürlich des gemeinsamen Musizierens und auch ein klein wenig Unsicherheit, ob das alles so funktionieren würde, wie wir uns das vorgestellt und auch geplant hatten. Hey, aber selbst wenn: mit Vollgas dem Abenteuer entgegen und für eine Woche in die russische Hauptstadt abheben. Los geht´s, anschnallen, Gepäck unter den Sitzen verstauen und auf den Getränkewagen warten.
Nach sicherer Landung am Flughafen erwartete uns eine für Moskau nicht ungewöhnliche kalte, aber klare Luft. Gemeinsam mit unserem Gepäck machten wir uns mit dem Flughafentransport in Richtung Unterkunft auf. Unser Hotel lag sehr nah am Stadtzentrum, sodass Roter Platz, Kreml und das Einkaufszentrum "Gum" innerhalb eines 15-minütigen Fußmarsches erreichbar waren. Um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen und die Lage dementsprechend etwas abschätzen zu können, verbrachten wir den restlichen Tag damit, das Zentrum der russischen Hauptstadt auszuspähen, ein wenig Proviant zu kaufen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

2. Tag - 27.09.2019 - Kreml und Nikolskaya

Der JBM auf dem Weg zum Lenin-MausoleumSchon am nächsten Morgen lernten wir die deutsche Freiwillige der evangelischen-lutherischen Gemeinde in Moskau kennen: Luise. Mit ihr als unserem Tourguide durften wir unseren ersten gemeinsamen Tag verbringen. Dabei versuchten wir natürlich, eine der Hauptattraktion Moskaus gleich mitzunehmen: den Kreml. So machten wir uns nach dem Kauf der Tickets zum Regierungssitz des Präsidenten mitsamt all seinen Kirchen, Ausstellungen und des Winterpalais auf. Wir durften Einblick erhalten in die reichen Verzierungen, die sehr prachtvoll ausgestalteten Kirchen mit den für die russisch-orthodoxe Kirche prägenden Heiligenmalereien und der riesigen Zarenglocke mit einem Gewicht von ungefähr 202.000 kg. Nach diesem interessanten und historischen Vormittag machten wir in einer der Seitenstraßen des Roten Platzes eine kleine Rast. Highlight dabei war nicht nur das im Retro-Stil eingerichtete Cafe, in welchem wir die für Russland so typischen Teigtaschen probieren konnten, sondern vor allem der Weg dorthin. Die Straße zum Cafe wurde innerhalb unseres Aufenthalts zu einer unserer Lieblingsstraßen. Warum? Ganz einfach: die Nikolskaya-Straße wurde von einigen unserer Chormitglieder auch "Glitzer-Glitzer Straße" genannt. Über unseren Köpfen hingen bunt glitzernde Lichter und Schmetterlinge, die einen glatt vergessen ließen, dass es erst September war und nicht schon in einer Woche der Heilige Abend vor der Tür stand.
Vollkommen zufrieden mit unserem ersten richtigen Tag in Russlands Hauptstadt gesellten wir uns am Abend noch in eines der Zimmer, um den Abend mit ein paar flüssigen Schätzen dieser Stadt gemütlich ausklingen zu lassen. Hierbei möchte ich gern für eine an diesem Abend geborene Idee zukünftiger Konzertprogramme werben: eine Auftragskomposition für Blechbläser mit Mikrowellen- Solo, denken Sie gern einmal kurz darüber nach und lassen Sie sich von diesem mitternächtlich- kongenialen Gedanken tragen!

3. Tag - 28.09.2019 - Lenin-Mausoleum, Basiliuskathedrale und Probe

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Der JBM vor der BasiliuskathedraleAuch am Tag danach brachen wir noch einmal gen Roter Platz auf, um uns dieses Mal Lenins Mausoleum anzusehen und danach die berühmte Basilius Kathedrale zu besichtigen. Beeindruckt und noch ein wenig eingeschüchtert von der Installation des Grabmals, betraten wir die Basilius Kathedrale mit all ihren Ecken und verwinkelten Räumen. Einer höher und prachtvoller als der andere. Doch wir wollten uns ja nicht nur weiterbilden, sondern natürlich auch gemeinsam musizieren.
Am Nachmittag packten wir also unsere Instrumente, stiegen in die U-Bahn und fuhren zur Deutschen Schule, in welcher wir am Sonntag den ökumenischen Gottesdienst zu Erntedank begleiten würden. Der Gottesdienst der deutschen Gemeinde findet grundsätzlich in der Aula der deutschen Auslandsschule statt, da die deutsche Gemeinde in Moskau über keine eigene Kirche verfügt. Herzlich wurden wir schon an der Haltestelle von der deutschen evangelischen Pfarrerin Aljona Hofmann begrüßt, die uns zur Schule begleitete und durch deren Kontakt die Anfrage für eine Reise für uns als Ensemble ins Spiel kam. Mit einer Probenzeit von circa zwei Stunden konnten wir unser Programm gut anspielen und leichte Verbesserungen einfügen. Zufrieden und mit Vorfreude auf den morgigen Gottesdienst machten wir uns auf den Rückweg zur Unterkunft, wollten aber vorher noch eins der auf den Straßen umworbenen Restaurants ausprobieren. Nur so viel sei dabei erwähnt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dies gilt vor allem bei Essensbestellungen, die im Ausland ohne Kenntnisse der Landessprache stattfinden. Mittlerweile können wir über alle kleineren Missgeschicke der Reise herzlich lachen und das ist doch die Hauptsache.

4. Tag - 29.09.2019 - Erntedank-Gottesdienst

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Der JBM beim Erntedank-GottesdienstAm Sonntag feierten wir den Erntedank-Gottesdienst, welcher ohne große musikalische Zwischenfälle gut und glatt verlief, in der Deutschen Schule Moskau. Nach einem von der Gemeinde organisierten kleinen Treff mit Kaffee und Kuchen, ganz auf die gute deutsche Art und Weise, wollten wir am Abend noch einen zweiten Restaurantversuch starten. Dieses Mal sollte es ein georgisches Restaurant werden, auf Empfehlung einzelner Personen hin, denn das ist momentan in Moskau der neuste Hit. Gleich in der Nähe unseres Hotels befand sich ein Restaurant dieser Art, in welchem wir es uns am Abend gemütlich machten, denn das Wetter war mittlerweile deutlich kälter und regnerischer als zu Beginn unserer Reise geworden. Wir waren gespannt auf die georgische Küche und wurden nicht enttäuscht: von einem deutlich grünen Vorspeisen-Korb, der besonders bei unserem Ensemble Chef Frank Plewka Anklang fand, über würziges Fleisch und gegrilltes Gemüse mit landestypischen Gewürzen bis zu kleinen Aufläufen wurden wir bestens versorgt und kamen am Ende nicht umhin, den Koriander als das am meisten genutzte Gewürz zu küren.

5. Tag - 30.09.2019 - Schifffahrt und Puschkin Museum

Der JBM vor dem Puschkin MuseumDamit war also schon die Hälfte unserer Reise vorbei, doch wir hatten noch einige Highlights vor uns. Am Montag konnten wir es uns nicht nehmen lassen, eine Schifffahrt auf der Moskwa zu unternehmen, vorbei an Kreml, Denkmälern, Verteidigungsministerium und natürlich mit Blick auf die herbstlich-bunten Parks. Aber damit nicht genug, denn auch die Kunstinteressierten sollten auf ihre Kosten kommen. Am Nachmittag besuchten wir das Puschkin Museum, welches sich nicht nur durch Skulpturen des Mittelalters, der Renaissance, der Antike und Alt-Ägyptens auszeichnet, sondern u.a. auch berühmte Werke impressionistischer Maler ausstellt. Den krönenden Abschluss des vorletzten Abends bildete ein gemeinsames Abendessen mit der deutschen Pfarrerin Aljona, die uns in eins ihrer Lieblingsrestaurants einlud. Auch hier wurde georgisch serviert, mit einer völlig anderen, aber mindestens genauso leckeren Auswahl an Köstlichkeiten.

6./7. Tag - 01./02.10.2019 - Individuelles Sightseeing und Konzert

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Der JBM beim Konzert zum Tag der SeniorenUnd schon war er da, der letzte Tag unserer Moskau-Reise, und der sollte am Abend durch unser Konzert in der evangelischen Gemeinde zum Tag der Senioren noch ganz besonders werden. Doch bevor es so weit war, hatte jeder von uns die Möglichkeit, noch einmal für sich, je nach Wunsch oder Interesse, die Stadt zu erkunden, Souvenirs zu ergattern oder ganz entspannt durch den Gorki Park zu flanieren.
Von U-Bahn-Stationen mit Stuckdecken über kleine Märkte mit allerlei Kitsch und Matroschken bis hin zum Falafel Laden, genossen wir die letzten Stunden in Russland, bevor der anstrengende Teil des Abends auf uns zukam. Trotz leichter Programmänderung, denn statt des geplanten Ablaufs würden noch ein Kammerchor und zwei Solistinnen plus Orgel neben uns musizieren, blieben wir recht optimistisch und lieferten ein solides, wenn auch kürzeres, Programm ab. Neben verschiedenen Choralbearbeitungen von "Nun danket alle Gott" bis hin zum Abba-Medley und über die Hymne aus Wales "Calon Lan", konnten wir die Zuhörer mit unterschiedlichen Klangfarben und Musikstilen begeistern und für eineinhalb Stunden in unsere Welt mitnehmen. Die Resonanz des Publikums war deutlich spürbar und wurde in einigen "Bravo" Ausrufen sogar hörbar. Auch die anderen Ensembles konnten mit ihrer Musikalität glänzen. Insgesamt war es ein musikalisch reiches und trotzdem ausgewogenes Programm. Daran anschließend genossen wir den letzten Abend noch einmal gebührlich, bevor am nächsten Morgen um fünf Uhr der Transport zum Flughafen begann. Müde, aber glücklich erreichten wir gegen Mittag des 02. Oktobers ohne jeglichen Gepäckverlust den Leipziger Flughafen und blicken auf eine Zeit voller schöner Momente zurück.



Der JBM in einem moskauer CafeSo schnell kann also eine Woche im fernen, und doch gar nicht so entlegenen Moskau mit so vielen schönen Highlights vorüber gehen. Seien es der Rote Platz mit Kreml, Rathaus, Basilius Kathedrale und "Glitzer-Glitzer Straße" oder vielleicht sogar einer der nicht ganz nach Plan verlaufenen Restaurantbesuche. Jeder von uns kann sein oder ihr eigenes liebstes Abenteuer erzählen. Als Ensemble sind wir sehr glücklich und vor allem dankbar, dass wir diese Art des Musizierens und Reisens miteinander verknüpfen dürfen, damit neue Kulturen und Menschen treffen, das Lob Gottes mit unserer Musik in die Welt tragen und Menschen damit bereichern können. Deshalb ein großes Dankeschön an unseren Ensembleleiter Frank Plewka für all die Organisation, Arbeit und vor allem die Chancen, die er uns damit gibt, sowie für all die Geduld mit uns und die Verantwortung, die er dabei trägt. Auch ein großer Dank des Ensembles gilt allen Organisatorinnen vor Ort in Moskau, ohne die wir weder Konzert noch Raum zum Musizieren gehabt hätten. Den letzten Dank möchten wir dem Moskauer Hotel entgegenbringen, in welchem wir uns eine Woche gut aufgehoben fühlen durften. Besonders wird mir persönlich die liebliche Stimme der Mitarbeiterin am Frühstücksbuffet in Erinnerung bleiben, wenn Sie uns nach unseren Frühstückswünschen befragte.
Moskau hat uns als Gruppe geprägt und weiter zusammengeschweißt. Wer uns als Gruppe vielleicht etwas näher kennt, der weiß, dass wir eine kleine Familie sind, jeder kümmert sich um jeden und das wird nicht nur deutlich, wenn wir uns miteinander unterhalten, sondern besonders, wenn wir gemeinsam musizieren. Es ist einem und einer jeden von uns eine Freude und ein unglaubliches Geschenk, dass wir dies gemeinsam durch unsere Musik zum Ausdruck bringen können. Mit diesem schönen Gefühl geht es weiter für uns, denn nach dem Konzert ist bekanntlich vor dem Konzert und wir haben noch einige vor uns.

Bis dahin,
Helena Lindner

 


 


 

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Losung & Lehrtext

06.06.2020
Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für. Weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen.
Daniel 3,33 Hebräer 12,28

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